Diversity: Innovation braucht Mut zur Vielfalt

Neue Technologien, schnellere Marktzyklen, Fachkräftemangel, veränderte Kundenansprüche – Betriebe und ihre Manager stehen heute vor der Herausforderung einer sich permanent wandelnden Umwelt. Treiber dafür sind Digitalisierung und Globalisierung.  Händeringend suchen Leader nun nach einem Organisationsdesign, das dieser Transformation gerecht wird. Meist geht das nicht ohne einen nachhaltigen Kulturwandel. Denn in vielen Bereichen muss Zusammenarbeit völlig neu gedacht werden. Ein Aspekt davon ist: Diversity. Vielfalt. Diese wird in Zukunft zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden. 

Diversität als Erfolgsfaktor? In einer Zeit, in der sich diskriminierende Übergriffe auf Minderheiten häufen, scheint unser Land weiter von einer Charta der Vielfalt entfernt zu sein denn je. Gleichzeitig rufen Wirtschaftsexperten in Betrieben zu mehr Vielfältigkeit auf.

 

Diversity: Mehr Ideenreichtum

 

Denn Diversität, so der Ansatz, steht für Ideenreichtum, neue Denkweisen und das Aufbrechen alter Strukturen. Und das ist für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen wichtiger als je zuvor – nur über innovative Denkansätze haben Firmen dem in praktisch allen Bereichen gestiegenen Wettbewerbsdruck schließlich etwas entgegen zu setzenWer hingegen nicht liefert, verliert Kunden und Märkte.

Doch es steht schlecht um die Zukunft deutscher UnternehmenIn einer groß angelegten Studie ging die Unternehmensberatung Kienbaum der Frage nach, inwiefern Firmen hierzulande für die Marktveränderungen gerüstet sind, die infolge der digitalen Transformation und Globalisierung auf sie zukommen. 

 

Diversity: Druck spitzt sich zu

 

Die Experten gehen davon aus, dass sich folgende wirtschaftliche Tendenzen, die sich bereits jetzt in vielen Bereichen abzeichnen, in naher Zukunft massiv zuspitzen: 

• Erhöhter Wettbewerbsdruck
• schnelle technologische Veränderungen 
• häufige und abrupte Änderungen von Kundenpräferenzen
• nicht vorhersehbare Veränderungen in Gesetzgebung, Politik oder Wirtschaft mit deutlichem Einfluss auf die Unternehmensentwicklung 

Doch das Ergebnis der Befragung verheißt nichts Gutes:Gerade einmal 15 Prozent der Firmen können von sich behaupten, schnell auf neue Bedarfe ihrer Kunden zu reagieren. Aber immerhin sehen 63 Prozent der Firmen das als besonders wichtig an. Der Groschen ist also schon mal gefallen. Das ist gut.

 

Diversity: Es fehlt an Konzepten

 

Schlecht ist aber die Konzeptlosigkeit vieler ManagerDie Frage, die momentan in vielen Köpfen der Leader zirkuliert: Welche Weichen müssen denn nun gestellt werden? Die knappe Antwort darauf lautetmehr Agilität, mehr VielfaltAgilität, das ist die Fähigkeit einer Organisation, rasch auf Veränderungen zu reagieren und somit die überlebensnotwendige Kompetenzum in einem wettbewerbsintensiven Markt mit sich schnell ändernden Kundenpräferenzen oder Kundenverhalten zu überleben.

Was unterscheidet agile Unternehmen von weniger agilen Firmen? Ganz einfach: Ihre KulturAllgemein gesagt wurden hier starre und langatmige Informations- und Abstimmungsstrukturen aufgebrochen und durch schnelle und flexible Kommunikationsnetzwerke ersetzt.

 

Diversity: Durchlässige Hierarchien

 

Mittels durchlässiger Hierarchien können Ideen von unten nach oben entwickelt werden und haben eine realistische Chance in den oberen Etagen wahrgenommen und umgesetzt zu werden. Das ist einem nicht agilen Umfeld gar nicht erst vorgesehen. Hier geben Entscheider vor, Mitarbeiter führen aus. Von einer Durchlässigkeit der Ideen keine Spur.

Doch genau diese ist das Geheimnis, um schnell und flexibel auf Veränderungen im Markt oder in der Umwelt des Unternehmens reagieren können. Und je vielfältiger ein Unternehmen die Lösung eines Problems angeht, umso größer ist die Chance, dass sich unter den geäußerten Gedanken einer befindet, der ein Unternehmen das entscheidende Quäntchen besser macht als den Wettbewerb. Innovation ist also eng verbunden mit der Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem – auch das sind wesentliche Aspekte von Vielfalt. Für Leader gilt also: Mehr Mut zu Diversity

Im übertragenen, aber auch im ganz konkreten Sinne: Gerade mit Blick auf den wachsenden Innovationsdruck und die fortschreitende Internationalisierung der Märkte sind Mitarbeiter mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven essenziell. Auf diese Weise entstehen Konzepte, die in Reinkultur möglicherweise nie angedacht worden wären – auf Basis unterschiedlicher Sozialisationen, Erfahrungen, Prägungen und Erziehungen haben sie aber die Chance ans Licht zu kommen

 

Diversity: IT ist Vorreiter

 

Insbesondere die Digitalwirtschaft ist in Sachen Diversity Vorreiter. Schon lange lebt die Industrie von einer Durchmischung der Kulturen. Gender-Vorurteile spielen in diesen Umfeldern eine geringere Rolle als in etablierten, stark hierarchisch geprägten Unternehmen. 

Auch der Frauenanteil in der Digitalwirtschaft liegt einer aktuellen Vergütungsstudie zufolge bei 39 Prozent und ist somit 16 Prozent höher als bei gewachsenen Mittelständlern und Konzernen. Deshalb setzen innovative Unternehmen bewusst auf Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen, Lebens- und Arbeits-Erfahrungen, aber auch kulturellen und ethnischen Prägungen.

 

Diversity: Neue Leadership Ansätze

 

Diese stärker demokratisch denn hierarchischen Leadership-Ansätze finden wir heute schon in der Start-up-Szene“, sagt Julia Dous der Kienbaum Digital CommunitySie sind auch wichtig in etablierten Unternehmen. Kommunikation, Empathie, Mut zu Fehlern und zum kundenzentrierten Testen sowie Flexibilität sind gefragt. So geführt, werden diverse Teams erfolgreich und bringen mehr zusammen als nur die Summe der Kompetenzen und Skills der einzelnen Teammitglieder.“ Ein wahres Wort, Frau Kollegin, ein wahres Wort!


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