New Work: Die Zukunft beginnt JETZT!

von 10. März 2016Allgemein
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Zukunftsvisionen hatten schon immer ihren Reiz. Keine Ahnung, wie viele Hollywood-Macher die noch ferne Menschheitsgeschichte zur ihrem Stoff machten. Auch Literaten scheuten die Auseinandersetzung nicht: Was wird sein, wenn wir nicht mehr sind? Nun haben auch die Medien Blut geleckt. Nie zuvor häuften sich in den Fach-Gazetten Meldungen über die Arbeitswelt und Führung der Zukunft. Denn wir sind mittendrin im Wandel, der vor ein paar Jahren noch so weit entfernt schien. Future und New Work sind keine Zukunftsvision mehr, sie manifestieren sich bereits in der Gegenwart. Sie wollen Beweise? Kriegen Sie!

 

Zunächst einmal sieht alles danach aus, als würden Führungskräfte künftig fürs Spielen bezahlt. Glauben Sie nicht? Ist aber so! So ging der japanische IT-Dienstleister NTT Data unlängst mit einem Online-Spiel an den Start, das die Führungsqualitäten seiner Mitarbeiter fördern soll. Der Gedanke dahinter: Gespielt wurde schon immer. Neu ist jedoch, dass nach und nach eine Generation in die Führungsriegen aufsteigt, die mit Konsolenspielen sozialisiert wurde und die seit dem frühen Erwachsenenalter die Entwicklung von Smartphones, Tablets und der vernetzten Welt als Selbstverständlichkeit erlebt hat.

 

New Work: Die Generation Y kommt

Da ist es nur eine logische Konsequenz, genau diese Mittel auch für die Führungskräfteentwicklung zu nutzen. Denn der spielerisch lernende Mensch ist mit Spaß an der Sache dabei und lernt dadurch effizienter und motivierter. Hierzulande versucht der Großkonzern Bayer Wissen über das Unternehmen spielerisch an den Mann oder die Frau zu bringen. Mit der App „Bayercareer“ treten zwei Spieler im Stil von „Wer wird Millionär“ gegeneinander an und messen sich im Wissen um die Kernkompetenzen und Errungenschaften ihres Brötchengebers. Bei einer amerikanischen Tochtergesellschaft von Siemens verfolgten die Entwickler des Spiels „Plantville“ ganz ähnliche Ziele. Hier gilt es, einen virtuellen Bauernhof strategisch geschickt zu bepflanzen und zu führen.

 

Aber nicht nur Führungskräfte, auch die Mitarbeiter werden ihre Aufgaben zunehmend spielerischer erledigen. Ob nun der firmeneigene Spielplatz für Erwachsene von Google anderen Unternehmenslenkern hier ein Vorbild sein wird – das bleibt abzuwarten. Aber Scherz beiseite. Vielmehr geht es bei dem Gamification-Ansatz um die Entwicklung von Innovationen im laufenden Betrieb.

 

New Work: Experimente wagen

FullSizeRender-12Unter dem Motto Business Experimentation werden Führungskräfte der Zukunft ihre Teams anleiten, sich in regelmäßigen Intervallen aus dem Tagesgeschäft auszuklinken und Gedanken-Experimenten für neue Produkte oder Dienstleistungen nachzuhängen. Bei großen Kreativschmieden hat sich das bereits etabliert. Im Hause Google zum Beispiel wird gebastelt, geknetet und getüftelt, was das Zeug hält. Mit Erfolg! Immerhin führt Google den Markt an.

 

Für Führungskräfte bedeutet das: Den Begriff „Fehler“ aus dem eigenen Vokabular zu streichen. Schließlich entstand in der Vergangenheit eine Vielzahl an Innovationen eher beiläufig. Oft sogar aus vermeintlichen Fehlern. Also: Scheitern ausdrücklich erlaubt! Nicht jede Idee sollte von vornherein mit einem „ja, aber“ abgewiegelt werden. Think different: Das ist die Herausforderung für die Manager von morgen, die es seit jeher gewöhnt sind, ressourcenschonend zu denken, besonders in Bezug auf die Ressource Zeit.

 

New Work: Neue Freiheiten wagen

Nun ist die Kehrtwende eingeläutet: Klinkt Euch aus, hängt Euren Gedankenspielen nach, macht das Beste daraus. Nicht einfach. All das setzt setzt nicht zuletzt ein erhebliches Vertrauen voraus. Dass Mitarbeiter ihre neue Freiheit nicht ausnutzen. Vertrauen in die Fähigkeiten des einzelnen, und dass selbstständiges und kreatives Arbeiten die Basis für Innovation und Erfolg sind.

 

Das ist insbesondere in einer immer schnelllebigeren Zeit wichtig, in der Konsumenten immer schneller immer bessere Neuerungen erwarten. In diesem Punkt müssen Führungskräfte angeleitet werden, ihre Mitarbeiter einerseits frei laufen zu lassen. Zeichnet sich andererseits aber ab, dass alles Experimentieren nicht zum gewünschten Erfolg führt, müssen sie lenkend eingreifen. Die Weichen neu stellen. Oder ein neues Projekt anpeilen. Dafür brauchen die New Leader die richtigen Kommunikationswerkzeuge:

  • Fehlermanagement
  • Wertschätzende Führung
  • Regelmäßiger Austausch

 

New Work: Nur zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter

Und nicht zuletzt muss es ihnen gelingen, für Zufriedenheit zu sorgen. Einerseits, weil der zufriedene kreative Kopf in der Tendenz kreativer ist als der unzufriedene. Andererseits, weil ansonsten die Gefahr des Abwanderns groß ist. Denn längst hat sich der Arbeitsmarkt vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt gedreht. Der Jobsuchende hat die Wahl, nicht mehr der Arbeitgeber. Schon jetzt zeichnet sich die Tendenz ab, dass Firmen ihren Mitarbeitern alle möglichen Annehmlichkeiten kredenzen: Vom firmeneigenen Pool über Gesundheitsangebote bis hin zu allem möglichen Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitswelt.

 

Tendenz steigend. In ein paar Jahren schon wird die Generation Y die Arbeitswelt maßgeblich bestimmen. Und die ist bekanntlich wählerisch. Insbesondere, was ihre berühmtberüchtigte Work Life Balance angeht. Home-Office, Arbeit nach Bedarf und nicht nach Stechuhr müssen schon sein. Work smart, not hard. Frei übersetzt heißt das in etwa: Arbeite dann, wenn Arbeit anfällt und du den dafür nötigen Kreativitätsschub hast, nicht, wenn es dein Boss dir vorschreibt.

 

New Work: Arbeit wird flexibel

IMG_1925Nun, wie dieser Anspruch in die Personalführung übertragen werden soll – in diesem Punkt ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber fest steht: Damit werden sich die New Leader so oder so auseinandersetzen müssen. GenY hin oder her – denn nicht zuletzt konnte das Thema Work Life Balance nur auf fruchtbaren Boden fallen, weil die Digitalisierung diesen bereitete. Schauen wir doch mal spaßeshalber zehn bis 15 Jahre voraus. Wahrscheinlich reihen sich bis dahin selbstfahrende Autos auf den Straßen aneinander. Staus oder so etwas wie eine Rush Hour wird es aber nicht mehr geben. Längst sind die einstigen Bürotempel kleineren Firmensitzen gewichen. Manche Firmen haben gar keinen mehr.

 

Wozu noch Präsenzarbeitsplätze, wenn immer mehr Teams infolge der Globalisierung und dank modernster Technik über Landes- und Zeitgrenzen hinweg geführt werden? Eine Tendenz, die sich schon jetzt abzeichnet. Entsprechend wanderte das Büro nach und nach in die eigenen vier Wände und Arbeit wurde auch zeitlich immer flexibler. Meetings mit den Kollegen fanden zunächst per Videoschalte statt, inzwischen holt man sein Team über die Skype Funktion seiner Virtual Reality Brille in 3D zu sich nach Hause.

 

New Work: Virtuelle Teams

Insbesondere für die Führungskräfte war das anfangs nicht leicht. Denn bei der Führung virtueller Teams lauern viele Fallstricke. Doch inzwischen werden die Führungskräfte professionell darauf vorbereitet, was zu tun ist. Der Fahrplan beim Aufbau virtueller Teams ist meist ähnlich. In einem ein- bis zweitägigen Kick-Off lernen sich alle Teammitglieder persönlich kennen, um die Basis für eine gegenseitige Grundsympathie zu entwickeln. Weitere Inhalte der Veranstaltung sind:

  • Klärung des Auftrags, der Rollen und Aufgaben der einzelnen Teammitglieder
  • Festlegung der Kommunikationsmittel und -intervalle: Telefon, Video-, Audiokonferenz, E-Mail oder persönliche Treffen
  • Setup eines gemeinsamen Ablagesystems
  • Entwicklung von Teamnormen und Regeln
  • Umgang mit unterschiedlichen Zeitzonen
  • Festlegung einer gemeinsamen Sprache
  • Umgang mit Konflikten
  • Berücksichtigung kultureller und nationaler Unterschiede

Natürlich gehören gemeinsame Events oder Firmenfeiern keinesfalls der Vergangenheit an. Gerade wenn man sich nicht regelmäßig sieht, sind solche Erlebnisse umso wichtiger: Gemeinsame Erinnerungen schmieden zusammen. Doch diese finden mal in dem einen Land, mal in dem anderen statt. Und meist an Locations, die für besonders schöne Erinnerungen sorgen und nichts mit der Arbeit zu tun haben. Na? Zuviel versprochen? The Future has just begun…