Früh­lings­er­wa­chen in der Sozi­al­wirt­schaft | Aus­führ­li­ches Inter­view mit HR Inno­va­to­rin Con­stan­ze Büttner

Veröffentlicht am 23.03.2017
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„Wir wol­len neue Wege gehen“

Per­so­na­lin­itia­ti­ve „Wir leben und bewe­gen AWO“ in der AWO- Sach­sen- West ins Leben gerufen

Demo­gra­phi­scher Wan­del, Fach­kräf­te­man­gel, Genera­ti­ons­kon­flik­te etc.- für all die­se Her­aus­for­de­run­gen gilt es aktu­ell und in Zukunft Lösun­gen zu fin­den- so auch in der AWO- Sach­sen ‑West. Um zukunft,- markt,– und vor allem mit­ar­bei­ter­ori­en­tiert han­deln zu kön­nen, geht die AWO- Sach­sen- West des­halb seit Novem­ber 2016 den Weg einer mit­ar­bei­ter­ori­en­tier­ten Per­so­nal­stra­te­gie. Frau Anne Bött­ger, Öffent­lich­keits­ver­ant­wort­li­che der AWO- Sach­sen- West, befrag­te hier­zu Frau Con­stan­ze Bütt­ner, die Per­so­nal- und Initia­tiv­lei­te­rin, wel­che die Idee ins Leben geru­fen hat…

Sie sind gera­de dabei, die Ergeb­nis­se der Per­so­nal­dia­lo­ge ‑Wir leben und bewe­gen AWO– für ihr Per­so­nal­stra­te­gie aus­zu­wer­ten. Ist das nicht sehr unge­wöhn­lich Mit­ar­bei­ter in Stra­te­gien auf die­se Wei­se ein­zu­be­zie­hen, woan­ders macht man das doch hin­ter ver­schlos­se­nen Türen und ver­kün­det wo die Rei­se hingeht?

„Genau das ist der ent­schei­den­de Punkt und Kern unse­rer Initia­ti­ve. Wir möch­ten durch die Initia­ti­ve die Din­ge anders machen, neue Wege gehen und vor allem unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sowie deren Bedürf­nis­se in den Mit­tel­punkt rücken. Unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter wis­sen durch ihre anspruchs­vol­le täg­li­che Arbeit ein­fach am bes­ten wo der Schuh drückt und was gut läuft. Die­se viel­fäl­ti­gen und neu­en Erkennt­nis­se sol­len die Leit­plan­ken für unse­re mit­ar­bei­ter­ori­en­tier­te Per­so­nal­stra­te­gie sein.“

Wie waren am Anfang als Initia­to­rin Ihre Über­le­gun­gen stär­ker die Mit­ar­bei­ter zu betei­li­gen und wie haben Sie es jetzt erlebt. Sind Mit­ar­bei­ter die bes­se­ren Strategieberater?

„Jedem Ein­zel­nem etwas zutrau­en. Das ist ganz wich­tig. Mit die­sem Grund­ge­dan­ken bin ich an die Arbeit gegan­gen und wur­de an kei­ner Stel­le ent­täuscht. Ich bin sehr froh, die­sen Weg gegan­gen zu sein. Mal die Per­spek­ti­ve ver­än­dern. Dar­aus hat sich für mich eine Viel­zahl neu­er wert­vol­ler Erkennt­nis­se ergeben.“

Wel­che Ergeb­nis­se und Ideen der Per­so­nal­dia­lo­ge haben Sie am meis­ten über­rascht und auch gefreut?

„Der mit Abstand größ­te Mehr­wert der Per­so­nal­dia­lo­ge ist und war die Durch­füh­rung der Dia­lo­ge selbst. Der Dia­log auf Augen­hö­he mit der Geschäfts­füh­rung wur­de von unse­ren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern als sehr wert­schät­zend wahr­ge­nom­men. Ein Weg den wir in die­ser Form so bis­her nicht kann­ten, der aber zugleich für die Zukunft gewünscht wird. Des­halb wer­den die Dia­lo­ge die bis­he­ri­ge schrift­li­che Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung ab sofort erset­zen und 1x jähr­lich durch­ge­führt. Dar­über hin­aus wur­de unser BGM gelobt und uns klar auf­ge­zeigt, dass wir an den The­men Wert­schät­zung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und tech­ni­scher Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re der EDV- Sys­te­me, arbei­ten müssen.“

Hat es Sie nicht über­rascht, dass die Per­so­nal­dia­lo­ge eine so gute Reso­nanz und Akzep­tanz bei den Mit­ar­bei­tern erlebt haben und sie in Zukunft die Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen erset­zen soll als wirk­sa­me­res DIA­LOG­FOR­MAT und FEED­BACK­IN­STRU­MENT auf Augen­hö­he mit den Füh­rungs­kräf­ten und der Geschäftsleitung?

„Über­rascht hat es mich eigent­lich nicht, zumal ich bei mei­nen Über­le­gun­gen immer von dem aus­ge­he, was ich mir selbst wün­schen wür­de. Für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ist dies eine exzel­len­te Mög­lich­keit, um The­men direkt dort anzu­brin­gen, wo ent­schie­den wird. Im Rah­men eines Dia­lo­ges haben natür­lich auch die Füh­rungs­kräf­te bzw. die Geschäfts­lei­tung die Chan­ce Sach­ver­hal­te direkt zu hin­ter­fra­gen, was bei einer schrift­li­chen Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung im Nach­hin­ein nicht mehr mög­lich ist.“ 

Ist das nicht auch eine gro­ße Chan­ce für das Per­so­nal­team viel näher an ihre “ Kun­den“ her­an­zu­rü­cken, viel bes­ser die Bedar­fe der Mit­ar­bei­ter in Zukunft zu ken­nen, sich ent­spre­chend aus­zu­rich­ten und dabei sich selbst in sei­ner Rol­le weiterzuentwickeln?

„Wir möch­ten uns in Zukunft als ser­vice­ori­en­tier­ter Dienst­leis­ter und Kom­pe­tenz­part­ner sowie stra­te­gi­scher Zukunfts­ge­stal­ter für unse­re Ein­rich­tun­gen ver­ste­hen. Des­halb möch­te ich die Erkennt­nis­se der Per­so­nal­dia­lo­ge nut­zen um ein neu­es Per­so­nal­leit­bild zu ent­wi­ckeln, wel­ches eine kla­re zukunfts­ori­en­tier­te Visi­on und markt­ori­en­tier­te Stra­te­gie ver­folgt sowie zugleich ver­bind­li­che Ziel­stel­lun­gen defi­niert, um ein direk­tes Han­deln zu errei­chen. Durch eine neu sor­tier­te Rol­len- und Auf­ga­ben­ver­tei­lung inner­halb mei­nes Teams, möch­te ich die indi­vi­du­el­len Kom­pe­ten­zen mei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter stär­ken, die­se bewusst machen, beglei­tend die eige­nen Poten­tia­le auf­de­cken und durch neue Spiel­räu­me mei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter und uns als Team weiterentwickeln.“ 

Was ist Ihnen per­sön­lich in Ihrem Selbst­ver­ständ­nis als mutig neue Wege gehen­de Per­so­nal­lei­te­rin in Zukunft für erfolg­rei­che Per­so­nal­ar­beit wichtig?

„Eine posi­ti­ve Ein­stel­lung und der Mut sich den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft zu stel­len ist hier­für eben­so wich­tig wie ein gutes Gespür für Men­schen und deren Poten­tia­le. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von neu­en Ideen begeis­tern, ande­re Per­spek­ti­ven fin­den und auch mal „quer­den­ken“ gehört für mich defi­ni­tiv zu einer guten Per­so­nal­ar­beit wie auch Wert­schät­zung für die geleis­te­te Arbeit.“ 

Wie geht es jetzt wei­ter nach der Prä­sen­ta­ti­on der Ergeb­nis­se vom 07.02.2017 in der Ein­rich­tungs­lei­ter­dienst­be­ra­tung gemein­sam mit den jewei­li­gen Verantwortlichen?

„Zunächst wer­den alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter offen und trans­pa­rent über die Ergeb­nis­se und Ent­schei­dun­gen vom 07.02.2017 per Lohn­zet­tel, Aus­hang und über die haus­in­ter­nen Dienst­be­ra­tun­gen infor­miert. Die Geschäfts­stel­le sowie jede Ein­rich­tungs­lei­tung hat für sei­ne jewei­li­ge Ein­rich­tung kurz,- mit­tel,- und lang­fris­ti­ge Zie­le defi­niert, wel­che umge­setzt wer­den sol­len. Um Ver­bind­lich­keit und Nach­hal­tig­keit zu schaf­fen nut­zen wir die monat­li­chen Ein­rich­tungs­lei­ter­dienst­be­ra­tun­gen um die aktu­el­len Bear­bei­tungs­stän­de abzu­fra­gen. Zugleich wer­den uns die kom­men­den Per­so­nal­dia­lo­ge klar auf­zei­gen, wel­ches Feed­back uns unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter geben.“

Wann wer­den Sie Ihr Per­so­nal­leit­bild als Ori­en­tie­rungs­rah­men für die zukünf­ti­ge Per­so­nal­ar­beit als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber präsentieren?

„Nach Been­di­gung der Per­so­nal­work­shops Anfang März, wer­den wir unser Per­so­nal­leit­bild als Team, zeit­nah und direkt, am 14.03.2017 im Rah­men der gro­ßen Ein­rich­tungs­lei­ter­dienst­be­ra­tung, der Geschäfts­füh­rung und den Füh­rungs­kräf­ten der Ein­rich­tun­gen prä­sen­tie­ren. Wir leben und bewe­gen AWO- und dafür tra­gen wir alle Verantwortung“

Vie­len Dank für das Inter­view , Anne Böttger

https://​www​.awo​-sach​sen​-west​.de/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/​a​k​t​u​e​l​l​/​d​e​t​a​i​l​s​/​663
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