Was bewegt Men­schen und Unter­neh­men zum Hel­den zu werden?

Veröffentlicht am 20.06.2019
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Trans­for­ma­ti­ons Essay

Wie bewe­ge ich mich und andere?

Die Men­schen den­ken immer, dass es ein außer­ge­wöhn­lich lan­ger Pro­zess sei zum Hel­den zu wer­den und dafür unglaub­lich viel Mühe benö­tigt wird. Man­che den­ken, dass es unmög­lich sei, jedoch gibt es nichts Unmög­li­ches. Die Regeln des Lebens sind ganz ein­fach: Man muss das Unmög­li­che ver­su­chen, um das Mög­li­che zu erreichen.

Das zei­ge ich Ihnen mit der ein­drucks­vol­len Geschich­te, die vor über einem Jahr eine der bes­ten Nach­rich­ten des Jah­res 2018 für die arme­ni­sche Gesell­schaft war: die arme­ni­sche fried­li­che Revo­lu­ti­on. Man stellt sich die Fra­ge, wie es einem solch klei­nen Land gelun­gen ist eine sen­sa­tio­nel­le Trans­for­ma­ti­on der herr­schen­den unge­sun­den Regierung?

Um einen poli­ti­schen Erfolg zu initi­ie­ren, muss man tat­säch­lich kei­nen Zau­ber­stab haben. Es gibt dafür kei­ne fer­tig­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen oder Stra­te­gien. Es gibt den Wil­len, den Wunsch, den Mut und die Zie­le. Nie­mand sagt, dass es leicht ist die­se Eigen­schaf­ten in sich zu haben oder zu fin­den. Wäh­rend unse­res Lebens wird uns in ver­schie­de­nen Situa­tio­nen die Gele­gen­heit gege­ben, ein Held zu sein. Man teilt sei­ne Ansich­ten und Mei­nun­gen. Dar­aus wird die Stra­te­gie geboren.

Im April letz­ten Jah­res hat der 44-jäh­ri­ge Poli­ti­ker und Jour­na­list, gleich­zei­tig auch Abge­ord­ne­ter, Nikol Paschin­jan mit knapp zehn ver­trau­ten Leu­ten Pro­test­ak­tio­nen gegen den ehe­ma­li­gen auto­kra­ti­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Sersch Sargs­jan angefangen.

Nun zei­ge ich Ihnen, was die arme­ni­sche Revo­lu­ti­on mit dem Chan­ge­ma­nage­ment, der Stra­te­gie und dem Kul­tur­wan­del zu tun hat. Ich möch­te mit die­sem Arti­kel die dama­li­ge arme­ni­sche Regie­rung, deren Mit­glie­der sowie Füh­rer weder schlecht noch gut bewer­ten, son­dern ledig­lich das Gesche­he­ne wie­der­spie­geln. Aller­dings konn­ten Tag für Tag ein zuneh­men­des Publi­kum und Akti­vis­ten, tau­sen­de strei­ken­de Stu­den­ten und Arbeit­neh­mer, Müt­ter mit ihren Klein­kin­dern und letzt­end­lich ein gan­zes Volk inner­halb weni­ger Tage bewei­sen, dass mit einem ers­ten Schritt ein gan­zes Land auf den Kopf gestellt und der unge­wünsch­te Minis­ter­prä­si­dent aus dem Amt gejagt wer­den kann. In weni­gen Tagen sind aus zehn Leu­ten über 150.000 Leu­te gewor­den, deren Mot­to war: „ Mach einen Schritt, leh­ne Sersch ab´´. All die­se Men­schen haben unter der Füh­rung von Paschin­jan den Ver­kehr in den gro­ßen Stra­ßen der Haupt­stadt Eri­wan tage­lang blo­ckiert und sind gegen die Wie­der­wahl des ehe­ma­li­gen Minis­ter­prä­si­den­ten auf die Stra­ße gegangen.

Das wun­der­ba­re Ergeb­nis: nach ein paar Tagen Mas­sen­pro­test trat Sargs­jan zurück. 
„Die Stra­ße will nicht, dass ich die­ses Amt inne­ha­be. Ich erfül­le ihre For­de­rung. Nikol Paschin­jan hat­te Recht. Ich hat­te Unrecht´´. 

Nach Sargs­jans Rück­tritt hol­te die Par­tei von Pashin­jan „Mein Schritt“ bei der Par­la­ments­wahl im Dezem­ber mehr als 70 Pro­zent der Stim­men. Die Repu­bli­ka­ner, die vor die­sem Ereig­nis die größ­te Par­tei im Par­la­ment waren, erhiel­ten nach der Revo­lu­ti­on nur noch 4,70 Pro­zent der Stimmen.

Es war die ers­te Sam­te­ne Revo­lu­ti­on des 21. Jahr­hun­derts und die ohne Gewalt, ohne jeg­li­chen Blut­trop­fen zu einem über 20 Jah­re gewünsch­ten Macht­wech­sel geführt hat. Der Prot­ago­nist Paschin­jan ist in nur einem Monat zum Hel­den gewor­den, in dem er den „ers­ten Schritt´´ gemacht hat. Er konn­te mit sei­ner end­lo­sen Moti­va­ti­on ein gan­zes Volk anste­cken. Das Schwie­rigs­te ist immer der Anfang. Der erwar­te­te Erfolg stellt sich mit der Zeit ein, ohne vor­her zu fragen.

Als Chef des Vol­kes hat Nikol sei­ne Rede immer mit dem fol­gen­den Satz angefangen:

„ Սիրելի ժողովու՜րդ, Հայաստանի Հանրապետության հպարտ քաղաքացիներ: Դուք հաղթել եք եւ դուք հաղթելու եք: Դուխով ´´:

„ Lie­bes Volk, stol­ze Bür­ger der Repu­blik Arme­ni­en. Ihr habt gewon­nen und ihr wer­det gewin­nen. Seid mutig´´.

Das ist ein wah­res Zei­chen des Respek­tes, um die Wich­tig­keit jedes Bür­gers zu zei­gen. Genau­so so wie es ein Unter­neh­mer oder Lea­der machen kann, um die Moti­va­ti­on und die Glaub­wür­dig­keit jedes Mit­ar­bei­ters hervorzubringen.

Wir erzäh­len die­se Geschich­te, um klar zu machen, dass heut­zu­ta­ge jeder in unse­rer Gesell­schaft zum Hel­den wer­den kann, da der alte Hel­den­be­griff nicht mehr aktu­ell ist. Wenn man eine gute Idee hat, dann möch­te man die mit ande­ren tei­len und sie auch ver­bind­lich umset­zen. Das ist bereits das Hel­den­haf­te. Sol­che Geschich­ten wie die von Arme­ni­en und Paschin­jan müss­ten vie­len Geschäfts­füh­rern und Unter­neh­mern Mut 
machen das Selbst­ver­trau­en zu stär­ken, um gemein­sam mit einem ver­trau­ten Team 
das Geschäfts­mo­dell im Unter­neh­men zu ver­än­dern, wel­ches wer­te­ori­en­tier­te Unter­neh­mens­füh­rung genannt wird.

Wenn es, wie das Bei­spiel der arme­ni­schen sam­te­nen Revo­lu­ti­on zeigt, Men­schen gibt, die sich wagen, mutig für ein gan­zes Land zu sein, dann kön­nen dies im Klei­nen auch Unter­neh­mer für ihr Per­so­nal und Unter­neh­men tun. Um ein Unter­neh­men zukunfts­fä­hig zu machen, soll­te bei der Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung begon­nen wer­den. Ver­än­de­rungs­stra­te­gien kön­nen in einem moder­nen und muti­gen Arbeits­kli­ma beson­ders gut umge­setzt werden.

Und noch etwas. Es ist nie zu spät Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, sogar wenn man es schon meh­re­re Male ver­sucht und lei­der ver­lo­ren hat. Man wird zum Hel­den, indem man sozia­le Nor­men durchbricht.

Seit Juni 2016 lebe ich in Deutsch­land und ver­su­che ein Teil der deut­schen Gesell­schaft zu wer­den, obwohl die arme­ni­sche Kul­tur kei­nes­wegs euro­päi­sche Ele­men­te in sich trägt. Die­ser Pro­zess ver­langt natür­lich unglaub­li­che Ver­än­de­run­gen und zwar kul­tu­rel­le, gedank­li­che und tra­di­tio­nel­le. Jedoch weiß ich, dass: Once I stop chan­ging, I stop living. Des­halb han­de­le ich JETZT, HEU­TE und nicht mor­gen oder übermorgen…

Ari­ne Yeghyan

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