Vernetzung: Die lernende Organisation

von 12. Juli 2016Entscheider

Das Internet ist wie ein großes Spinnennetzdas beständig wächst. Es spinnt seine Fäden von Bereich zu Bereich und vernetzt digital. Die zunehmende Vernetzung von Systemen, Branchen und Sektoren führt dazu, dass sich Organisationen auch intern neu vernetzen müssen – kooperierende Firmen müssen sich regelmäßig und just-in-time austauschen, ebenso die Mitarbeiter in einund derselben Firma, sollen Prozesse nicht ins Stocken kommen. Es kommt also eine neue Führungsqualität auf Digital Leader zu: Sie müssen interne und externe Netzwerker sein. 

Lebensbereiche, von denen es früher undenkbar war, sind heute miteinander vernetzt. Und die neue Vernetzung steht erst an ihrem Anfang, wie Christina Cassala, Redakteurin bei  deutsche-startups.de folgerichtig in einem Artikel über vernetzte Mobilität beschreibt.

 

Vernetzung und Internet

 

Was mit der Fernsteuerung von Licht und Heizung im eigenen Haus oder mit dem berühmten Kühlschrank anfängt, der Bescheid gibt, wenn er leer ist, soll bei der Mobilität nicht halt machen. Künftig wird es möglich sein, dass die Bedürfnisse der Kunden bereits vor Antritt ihrer Reise vollautomatisiert erfüllt werden können, wie der Espresso am Platz des ICE, die vorher bestellten Leihräder im Ferienhaus oder Fahrkarten, die dem Schaffner nicht mehr vorgezeigt werden müssen, weil das Smartphone alles – inklusive der Bezahlung – erledigt hat.

Soweit, so gut für den Konsumenten. Für den ausführenden Dienstleister bedeutet das auf der anderen Seite der digitalen Wertschöpfungskette, dass er seine Mitarbeiter dazu befähigen muss, das digital geäußerte Bedürfnis des Kunden abzurufen und rechtzeitig darauf zu reagieren. Für den Kunden bedeutet das nur einen Fingertipp auf sein Smartphone. Für ein Unternehmen den Umbau zu einer einer agilen, vernetzten Organisation.

 

Vernetzung ist die Zukunft: Was bedeutet das?

 

Denn was kommt mit der zunehmenden Digitalisierung unweigerlich auf den ausführenden Mitarbeiter zu? Er muss sich auf stets neue Technik, Systeme und Anwendungen einstellen und diese bedienen. Das erfordert kontinuierliches Lernen. Dabei kommt es auf eine positiv erlebte Lernerfahrung an: Sich ausprobieren zu dürfen, ohne in die Falle einer restriktiven Fehlerkultur zu laufen. Sonst ist die Motivation schnell dahin.   

Leader müssen aus ihrem Unternehmen also eine vernetzte und kontinuierlich Lernende  Organisation machen! Denn wenn sich die Technik weiterhin so rasant wie im Moment entwickelt – und davon ist auszugehen -, muss der Mensch mitziehen, soll es durch ihn nicht immer wieder zu Verzögerungen im eigentlich so durchdesignten Digital-Prozess kommen.

 

Vernetzung: Verzögerungen dürfen nicht sein!

 

Das wäre fatal. Denn eine Verzögerung in einem Bereich ist gleichzusetzen mit einer in allen angeschlossenen Bereichen. Ein Dominoeffekt: Fällt der erste Stein in der Reihe, fallen alle anderen. Also muss das Wissen der Mitarbeiter stets frisch sein, sonst sind Anwendungsfehler Programm.

Aber welche Infrastrukturen müssen für eine solche vernetzte und lernende Organisation geschaffen werden? Ziel einer lernenden Organisation ist eine kontinuierliche Organisationsentwicklung – vielerorts ist das NeuLand und in klassischen HR Abteilungen fristet diese eher ein Randdasein. Das Unternehmen erweitert damit ständig seine Fähigkeit, die eigene Zukunft kreativ zu gestalten und sich veränderten Marktbedingungen und  Kundenbedürfnissen anzupassen – DESIGN THINKING als Organisationsprinzip.

Der wesentliche Schlüssel dazu ist  wie gesagt, das Lernen und Weiterbilden des einzelnen:

  • Er muss kontinuierlich befähigt werden, neue und sich ständig verändernde Systeme zu verstehen und bedienen zu können.
  • Die Individualisierung und Action Learning der HR Perspektive ist hier die alleinige zukunftsfähige strategische Antwort. 

 

Die vernetzte und lernende Organisation

Dabei ist eines besonders wichtig: Keiner darf außen vor gelassen werden. Lernen nur wenige neue Sachverhalte zu verstehen, mag das für sie selbst ein großer Schritt sein. Schauen es sich aber noch wenigstens 200 Kollegen bei ihnen ab, explodiert der Nutzeffekt für die Organisation. 

Daher ist innerhalb der lernenden Organisation die Intra und InterPerspektive der  Vernetzung von Individueen  und Teams untereinander so wichtig: Sie ermöglicht das Entstehen und Teilen von Wissen – das so stets im Fluss bleibt und nicht veraltet

Doch welche Art der Vernetzung begünstigt die permanente Weiterentwicklung der „Mannschaft“? Zu einer nachhaltigen Talent Entwicklung gehört, die Belegschaft zunächst anzuleiten, sich fehlende Informationen selbstständig beschaffen und aneignen zu können – das ist die mediale Pionierkompetenz.

Das gelingt durch eine Recherche im weltweiten Netz, dem Internet, aber auch durch eine gezielte Vernetzung mit unternehmensinternen Wissensquellen. Sprich: Durch den fachbezogenen Austausch zwischen den Abteilungen – gefördert durch SOCIAL Enterprise Lösungen.

 

Digitale Vernetzung ermöglicht antizyklische Kommunikation

 

Mitarbeiterwikis oder Blogs sind ebenfalls schöne Instrumente, um Wissen zu teilen. Der große Vorteil: Hier können Informationen antizyklisch weitergegeben werden und gehen nicht unter.

Der, der Wissen teilen möchte, kann dieses zur Verfügung stellen, wenn er dazu Zeit hat und eine Expertenkultur innerhalb der Statuskultur eine Chance der Integration erhält . Für den Rezipienten gilt das gleiche: Er loggt sich ein, wenn er die nötige Ruhe und Konzentration dafür hat. 

Und eine Kommentarfunktion ermöglicht sogar einen Austausch, der über den ursprünglichen Eintrag hinausgeht. Ein beständig wachsendes Wissensdokument entsteht. Wenn das mal keine Vernetzung in Reinkultur ist. 

 

Vernetzung: Auch der direkte Austausch zählt

 

Aber natürlich sollte auch der direkte Austausch durch eine Innovation der Dialogkultur wie Open Crowd nicht zu kurz kommen. Sonst bleibt die von Angesicht zu Angesicht entstehende Vertrauenskultur auf der Strecke. 

Um das zu fördern und anzustoßen, sollten regelmäßige Info– und Wissensveranstaltungen verschiedenster Art im Unternehmen etabliert und zum Standard gemacht werden. Dafür eignen sich Formate wie:

  • Mitarbeiterbarcamps
  • All-Hands-Meetings
  • Feedbackgespräche
  • Teammeetings
  • Open Innovation
  • Learning Journeys

Dieses Programm sollte durch gezielte Schulungen oder Trainings ergänzt werden, um konkret bestehende Wissenslücken zu schließen – online oder offline. Auch der Besuch von branchenfremden Messen, Fachveranstaltungen oder anderweitigen Wissensveranstaltungen kann dazu beitragen, das im Unternehmen vorhandene Know-how durch weiterzuentwickeln und branchentypische Denkblockaden zu überwinden:  Der Ansatz des A F A G A U Denkens steht für Amazon Facebook Apple Google Airbnb und Uber- die Innovativen unserer Zeit. 

 

Kulturelle Vernetzung im Unternehmen 

 

Was allerdings häufig unterschätzt wird: Auch das Umfeld, der kulturelle Kontext leistet einen Beitrag dazu, ob Wissen in einem Unternehmen eher als zähe Masse durchs Unternehmen wabbelt und schwabbelt oder wie ein agiler Strom durch die Büros zischt. 

Logisch: In einem Ambiente und Klima, in dem sich Mitarbeiter rundum wohlfühlen, bleibt man eher mal zehn Minütchen länger, um sich mit dem Kollegen kurzzuschließen als in der Tristesse eines grauen Bunkers im kalten Schein des Neonlichts.

Stattdessen müssen Lounge-Nischen her, die zum kurzen Schnack zwischendurch einladen, eine Küchenzeile, die gemeinsame Kochevents ermöglicht, eine Cafeteria, schön gestaltete Meetingräume, modernes technisches Equipment, das Arbeiten ohne nervige Verzögerungen gewährleistet: Räume für Videonferenzen zum Beispiel, um sich per Knopfdruck die Kollegen aus Übersee ins Büro zu holen.

Mindestens ebenso wichtig sind Termine, die auf den Zusammenhalt im Unternehmen einzahlen: 

  • Teamevents
  • Firmenfeiern
  • Outdoortrainings
  • Sportgruppen
  • Gesundheitsgruppen
  • Milestone Parties
  • Q&A Sessions

Denn je besser sich die Leute kennen, umso besser der Austausch untereinander. Aber auch der Austausch mit dem Vorgesetzten muss stimmen, um für eine Durchlässigkeit von Ideen und Wissen auf allen Ebenen zu sorgen. Das geschieht in erster Linie durch eine respektvolle Führung auf Augenhöhe. Der Chef muss als ein touchable Teamleader  auf der gleichen Ebene angesehen werden.